Kinderkleidung selbst nähen

Kinderkleidung selbst nähen Infografik

Zum Vergrössern auf die Infografik klicken

Eltern wissen es nur zu gut: Kinderkleidung ist ein heikles Thema. Entweder wachsen die Kleinen zu schnell heraus oder die Kleidungsstücke sind ihrem Besitzer nach einiger Zeit zu langweilig. So kann es sein, dass etwas Schlichtes dem Kind einfach zu öde ist und im Kleiderschrank ein Schattendasein fristen muss. Auch der Geschmack eines Kindes ist nicht zu unterschätzen. Was Mama begeistert, muss dem Knirps noch lange nicht gefallen. Mit ein paar Handgriffen lässt sich (fast) jede Kinderkleidung aufpeppen und zum Hingucker umgestalten. Das Schöne: Die Kleinen können ihre eigenen Ideen dazu beitragen. Von „super simpel“ bis „ziemlich knifflig“ ist für alle Schwierigkeitsstufen etwas dabei. Nur eines braucht man überall: Kreativität!

1. Applizieren

Die einfachste Art, Pullis, Bodys oder T-Shirts zu verschönern, ist das Anbringen einer textilen Verzierung. Am schnellsten sind Bügelbilder aufgebracht. Auch fertige Aufnäher mit Lieblingstier, Superhelden oder Pailletten sind mit wenigen Stichen angenäht – und fertig ist ein buntes Unikat!
Schön sind auch Buchstaben. Der abgelegte Pulli der älteren Schwester wird mit eigenem Name drauf womöglich zum Lieblingsstück. Das Applizieren ist übrigens auch eine charmante Methode, Flecken verschwinden zu lassen!
Schick versäubert Schrägbänder sind nicht nur ideal zum Einfassen von Tischdecken – auch der Saum von Hosen oder Röcken lässt sich damit verzieren. Gut geeignet sind vorgefalzte Bänder, die man um den Saum herum festnäht. Als Extra aus demselben Band einen kleinen Bindegürtel für die Hose anfertigen.
Mit bunten Schrägbändern lassen sich auch aus zu kurz gewordenen langen Hosen neue kurze Hosen zaubern. Dazu die Hosenbeine abschneiden und die Kante wie oben beschrieben mit versäubern. Gibt es kein Schrägband im Lieblingsmuster, tut es auch ein Stoffstreifen (dabei die Kanten einschlagen).

2. Schablonieren

Das amerikanische „Freezer Paper“ (auf einer Seite Papier, auf der anderen Folie) eignet sich hervorragend, um eigene Schablonen herzustellen. Es lässt sich aufbügeln und verrutscht dadurch beim Auftragen der Farbe nicht. Ein beliebiges Muster auf die Papierseite zeichnen. Mit einem Cutter die Teile ausschneiden, die als Print auf dem Stoff erscheinen sollen. Die Schablone mit der Folie nach unten auf das Kleidungsstück bügeln. Vorm Anmalen ein Stück Pappe ins Kleidungsstück legen. Nun mit Rolle oder Pinsel Textilfarbe auftragen. Freezer Paper kann man via Internet beziehen.

3. Kartoffeldruck

Die meisten kennen ihn aus dem Kindergarten. Aber auch Textilien lassen sich mit dieser Stempelart ordentlich aufpeppen. Der Kartoffeldruck eignet sich gut für einfache Formen. Und so geht’s: halbierte Kartoffeln an den Schnittstellen trocken tupfen und ein Motiv darauf zeichnen. Mit einem scharfen Messer etwa einen halben Zentimeter tief rundherum ausschneiden. Textilfarbe auftragen und los stempeln!

Tipp: Ein Stück Karton ins Kleidungsstück gelegt, verhindert Durchfärben.

4. Vom Kleidchen zum Spieler

Anstatt Schnittmuster und Stoff von der Rolle, ist das Ausgangsmaterial für diesen kurzbeinigen Spieler ein Kleidchen! Diese Vorlage erspart einiges an Näharbeit, denn Halsausschnitt und Leibchen sind schon vorhanden. Das Kleid muss mindestens bis zum Knie reichen. Falls kein Saum vorhanden ist, als ersten Arbeitsschritt einen Tunnel am unteren Rand nähen.
In die Mitte des Saums vorne und hinten einen sanften Bogen von 7–8 cm schneiden. Die Bögen jeweils innen auf 2 cm Breite mit einem Streifen Baumwollstoff oder Vlieseline verstärken. Die Beinausschnitte: In den eingeschlagenen Saum des Kleidchens mit einer Sicherheitsnadel ein Wäschegummi einziehen und fixieren. Mass am Kinderbein nehmen! Zuletzt an die Bögen im Schritt etwa 5 Druckknöpfe setzen.

5. Dino – Kapuzenshirt

Ganz schön wild: das Dinosaurier-Kapuzenshirt. Ausgangspunkt für dieses extravagante Stück ist ein Kapuzenpulli. Auf diesen werden am Rücken entlang der Wirbelsäule Saurier-Zacken aufgenäht. Hierfür benötigt man einen festen, etwa 20 cm breiten Streifen aus festem Filz in gewünschter Farbe. Die Länge des Filzstreifens richtet sich nach der Grösse des Pullis: vom vorderen Kapuzensaum in gerader Linie den Rücken hinunter bis zum Bündchen des Shirts messen. Da Filz keine Nahtzugaben benötigt, kann diese Länge direkt übernommen werden. Nun den Stoff der Länge nach falten. Darauf Dreiecke so aufzeichnen, dass diese ausgeschnitten und aufgeklappt Rauten ergeben. Die fertigen Rauten mit ihrer Faltkante entlang der Mittellinie des Pullovers anordnen und festnähen. So entstehen links und rechts der Naht jeweils gleichgrosse Dreiecke. Diese aufeinander klappen und an den Kanten zusammennähen. Fertig sind die aufrecht stehenden Zacken.

Variante: Mit den beschriebenen Saurier-Zacken wird auch aus einer einfachen Mütze ein aussergewöhnlicher Kopfschmuck. Wer es lieber niedlich mag, schneidet auf dieselbe Weise Tierohren aus Filz aus und bringt diese nebeneinander auf einer Mütze an wie oben erklärt.

6. Wintermützen und Schals aufpeppen

Zu guter Letzt: ein Tipp für den Winter Mützen und Schals kann man für die nächste Saison ganz einfach aufhübschen. Passend zur Jahreszeit sind Häkelapplikationen wie etwa Schneemänner oder weisse Blüten.
Ein einfaches Mütze-Schal-Set kann man schon mit ein paar bunten Wollfäden aufpeppen, aus denen man Pompons und Fransen herstellt (Pompon-Schablonen gibt es in der Kurzwarenabteilung). Pompons verschönern die Mütze, Fäden von der gleichen Wolle werden als Fransen an die Schalenden geknüpft. Oder umgekehrt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.