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Velo Sattel richtig einstellen & unbeschwert radeln

Treten Sie regelmässig in die Pedale? Sehr gut! Damit tun Sie Ihrem Körper allerhand Gutes: Velofahren hebt die Stimmung, senkt das Risiko für Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und stärkt die Muskeln in Beinen, Rücken, Po und Nacken. Doch leider kämpfen viele Radler schon nach kurzer Fahrzeit mit Schmerzen an den Sitzknochen und am Steissbein, gereizten Hautpartien oder Taubheitsgefühlen. Das macht vor allem Männern Sorgen – schliesslich hält sich das Gerücht, Radeln mache auf Dauer impotent. Keine Angst, liebe Männer: Zwar kann ein Velos Sattel in der Tat viel Druck auf den sogenannten Dammbereich und die Prostata ausüben, doch dafür, dass dieser zur Impotenz führen kann, gibt es keinerlei Beweise. Zudem gilt: Ist der Sattel richtig eingestellt, lassen sich starker Druck auf empfindliche Körperstellen und Schmerzen beim Velofahren vermeiden. Oft reichen dazu schon minimale Veränderungen. Worauf es beim Einstellen des Velosattels ankommt? Hier die wichtigsten Tipps.

Der richtige Rahmen

Ihr Sattel muss so eingestellt sein, dass Ihr Gewicht hauptsächlich von den Beinen getragen wird. So wird der Körper, insbesondere die Dammregion, beim Sitzen auf dem Rad entlastet. Grundlegend für eine entsprechende Sitzposition ist die richtige Rahmenhöhe. Achten Sie beim Kauf eines neuen Velos darauf, dass die Rahmenhöhe zu Ihrer Körpergrösse und Beinlänge passt. Wählen Sie den Rahmen z.B. zu gross, sitzen Sie zu weit vom Lenker weg und müssen den Sattel nach vorn verschieben. Damit riskieren Sie jedoch eine schlechte Körperhaltung.

Die richtige Höhe des Velo Sattels

Vorweg: Wenn Sie die Satteleinstellungen verändern, ist es wichtig, dass das Velo immer gerade steht. Bitten Sie notfalls jemanden darum, es festzuhalten.

Landläufig wird angenommen, die ideale Sattelhöhe sei jene, bei der der Velofahrer das untere Pedal nur mit durchgestrecktem Bein erreicht. Experten raten jedoch dazu, dass die Beine beim Fahren immer leicht gebeugt sind. Folgender Trick hilft beim Einstellen: Platzieren Sie Ihren vorderen Fuss flach und waagerecht auf das untere Pedal. Die Höhe ist optimal, wenn Sie sich in dieser Position nicht mehr aus dem Sattel hochdrücken können. Keine Sorge, wenn bei dieser Anpassung im Stand das Knie durchgedrückt ist – beim Fahren liegt der Fuss nie ganz waagerecht auf dem Pedal, sondern ist automatisch etwas angehoben.

Ein weiterer Anhaltspunkt für die richtige Sattelhöhe ist der Kniewinkel. Oberschenkel und Unterschenkel sollten im 90-Grad-Winkel zueinander stehen, wenn das Pedal seinen höchsten Punkt erreicht.

Wer mit dem Velo sportlich unterwegs ist, sollte auch darauf achten, dass der Fahrradlenker nicht höher als der Sattel liegt. Im Stadtverkehr ist das zwar bequemer – zum sportlichen Fahren mit dem Trekkingvelo oder dem Mountainbike eignet sich solch ein Vorbau allerdings nicht. Der Lenker darf gern etwas niedriger als die Sattelspitze oder bildet maximal eine Linie mit ihr. Ideal ist der Velosattel im Verhältnis zum Lenker eingestellt, wenn Ihr Oberkörper etwa 45 Grad nach vorn geneigt ist. 

Die richtige Ausrichtung

Stellen Sie mithilfe einer Wasserwaage sicher, dass der Sattel wirklich waagegerecht montiert ist. Neigt er sich nach unten, kann es in der Folge zu Schmerzen in den Handgelenken kommen. Zeigt die Sattelspitze nach oben, kann sie unangenehm auf die Dammregion und Genitalien drücken.

Um die Längsrichtung des Velosattels richtig einzustellen, können Sie sich folgender Methode bedienen: Betätigen Sie die Tretkurbel bis beide Pedale sich in waagerechter Position befinden. Auf das vordere Pedal setzen Sie Ihren Fussballen. Der Sattel befindet sich dann weit genug vorn oder hinten, wenn Sie sich eine senkrechte Linie von Ihrer Kniescheibe durch die Pedalachse bis hin zum Boden vorstellen können. Überprüfen können Sie das, indem Sie eine Schnur mit einem kleinen Gewicht, z.B. eine schwere Mutter, von Ihrer Kniescheibe aus hinabhängen lassen.

Foto von:  Martin Jäger / www.pixelio.de

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